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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mo Dez 08, 2014 3:16 pm
Heute werden im Disneyland Paris die Vorrundengruppen für die Basketball-EM 2015 ausgelost. Sicher ist bereits, dass Deutschland in Berlin auf die Türkei treffen wird. Die restlichen vier Gegner werden heute ermittelt. Dabei ist von einer Hammergruppe bis zu einem warmen Aufguss alles möglich. Wer die Auslosung mit mir zusammen schauen möchte, kann dies entweder auf Sport1 im Livestream oder auf Youtube tun.
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mo Dez 08, 2014 3:38 pm
Bevor es losgeht, noch ein paar Eckdaten zur Auslosung und der EM.

- Die EM sollte 2015 eigentlich in der Ukraine stattfinden, doch die hat das Turnier aufgrund der politischen Krise zurückgegeben.
- Stattdessen wird die EM nun in verschiedenen europäischen Städten gespielt: Die Vorrundengruppen finden in Berlin, Montpellier, Riga und Zagreb statt, die Enrunde in Lille.
- Gespielt wird in vier Gruppen zu je sechs Teams, wobei sich die jeweils vier besten Mannschaften für die K.o.-Phase qualifizieren.
- Der Europameister und der Vize-Europameister qualifizieren sich direkt für die Olympischen Spiele 2016, die Plätze 3 bis 6 werden im kommenden Jahr an der Olympia-Qualifikation teilnehmen.
- Jedem Gastgeber war es möglich, sich einen Gruppengegner vorab auszuwählen. Im Falle Deutschlands ist dies die Türkei.

- Die Lostöpfe im Überblick:
1: Croatia, France, Lithuania, Spain
2: Serbia, Slovenia, Ukraine, Finland
3: Greece, Latvia, Turkey, Bosnia-Herzegovina,
4: Italy, Belgium, Macedonia, Poland
5: Israel, Czech Republic, Georgia, Germany
6: Russia, Netherlands, Estonia, Iceland

Folgende Paarungen stehen bereits fest:
Germany + Turkey
Croatia + Slovenia
France + Finland
Latvia + Lithuania

Ergo...
Worst Case: Spanien, Serbien, Türkei, Italien, Deutschland und Russland
Best Case: Spanien, Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Belgien, Deutschland und Niederlande/Estland/Island
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mo Dez 08, 2014 5:42 pm
Die Auslosung hat es mal so richtig in sich...

Gruppe A (Montpellier)
Frankreich
Finnland
Bosnien-Herzegowina
Polen
Israel
Russland

Gruppe B (Berlin)
Spanien
Serbien
Türkei
Italien
Deutschland
Island

Gruppe C (Zagreb)
Kroatien
Slowenien
Griechenland
Mazedonien
Georgien
Niederlande

Gruppe D (Riga)
Litauen
Ukraine
Lettland
Belgien
Tschechien
Estland

Mein Tag ist gelaufen, ich fall vom Stuhl...
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 10:08 pm
Ohne groß Ahnung vom europäischen Basketball zu haben, sieht die deutsche Gruppe auf dem ersten Blick nur krank aus. Very Happy Hab beim Lesen noch Island erst mit Israel verwechselt, das wäre wohl auch noch übler. Da dürfte der alte Nowitzki selbst nicht groß helfen. Wobei der Modus mit vier Mannschaften doch auch einiges zulässt.
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 10:16 pm
Ja das ist übel! Chase, wir haben da ja schon über Facebook drüber geredet. Wenn Dirk nicht kommt, kommt Kaman nicht (könnte ich aber drauf verzichten), was ist wenn die Hawks Schröder nicht freigeben? Und sich Leute wie Pleiss usw. verletzen? Ei, ei ei!
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 10:23 pm
Also, eines ist klar: Das ist die Todesgruppe der ganzen EM! Fünf Teams, die alle absolut bis ins Viertelfinale vorstoßen können, müssen sich um vier Plätze rangeln, während Gruppe D ein schlechter Witz ist. Da kämpfen mit der Ukraine, Belgien, Tschechien und Estland eher zweitklassige Mannschaften um zwei Tickets für das Achtelfinale. Litauen und Lettland sollten in dieser Gruppe marschieren.

Und selbst ein dritter bzw. vierter Platz in Gruppe B bedeutet im Umkehrschluss auch nur, dass im Achtelfinale Frankreich und/oder Russland warten. Übel!

An und für sich sind in Gruppe B Spanien und Serbien oben weg. Dahinter sind in etwa die Türkei, Italien und Deutschland auf einem Niveau. Bei den letzten EMs konnte Deutschland beide Gegner jeweils schlagen, was ein gutes Omen ist (anno 2011 und davor).

Deutschland mit Verstärkung aus der NBA (Nowitzki - Dallas, Schröder - Hawks und evtl. Kaman - Portland) und Spanien (Pleiss - FC Barcelona, Kleber - Obradoiro) schaut nicht allzu schlecht aus, finde ich. Mit dieser Aufstellung: Schröder (Günther) - Schaffartzik (Staiger, Schwethelm?, Tadda, Vargas) - Giffey (Benzing, Harris) - Nowitzki (Kleber, Theis, Ohlbrecht, Standhardinger) - Pleiss (Kaman, Zirbes) sind die Türkei und Italien durchaus machbar.

Probleme gibts auf PG. Dennis Schröder hat seine Qualitäten, ist aber noch jung. Schaffartzik kann einspringen, Per Günther hat ebenfalls gutes europäisches Format, ist leider aber relativ klein gewachsen. Dahinter ist im Moment nicht viel los... Maodo Lo ist noch zu jung und eine Nominierung viel zu früh.

Zuletzt wurde diesbezüglich ja wieder die "Naturalisierung" von Jarryd Bayless aus der NBA erwähnt...


Zuletzt von Chase! am Di Dez 09, 2014 11:28 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 10:29 pm
Ganz ehrlich? Ich fände es bedenklich wenn man wieder jemanden die Staatsbürgerschaft hinzuschiebt der sein Engagement wieder nur an Dirk festmacht. So stoppt man auf der 1 ja wieder Möglichkeiten sich für bspw. Günther zu entwickeln
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 10:37 pm
Genau meine Meinung!

Das ist mir ja schon bei Kaman ein Dorn im Auge gewesen... und letztlich ist Kaman auch immer nur dann aufgetaucht, wenn Dirk am Start war.

Matt Bonner hat sich ebenfalls in den letzten Monaten angeboten. Aber denke mal, auch der will sich mit der Aussicht auf ein Olympia-Ticket beschenken.

Hat eigentlich einer nochmal etwas von Fernando Raposo gehört? Der wollte auch für Deutschland spielen, sogar unabhängig von Dirk. Gibt nen paar nette Hype-Videos auf Youtube.
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 11:09 pm
Hmm aber raposo hat auch nicht wirklich Bäume ausgerissen bisher. Naja abwarten bis zur EM ist ja noch etliche Zeit!
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 11:22 pm
Muss leider eingestehen, dass ich mich persönlich über NBA-Spieler für Deutschland immer freue, da ich diese dann zumindest kenne. Very Happy Für die Entwicklung der Spieler ist es sicherlich subotimal und daher die aufkommende Kritik mehr als gerechtfertigt. Zumindest habe ich von den meisten Nationalspielern schon mal gehört. Smile
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Di Dez 09, 2014 11:35 pm
Ich kenne mich in der NBA nicht so doll aus, daher mal die Frage: Bisher habe ich Bayless nicht als "Über-PG" wahrgenommen. Würde er Deutschland überhaupt "weiter bringen"?
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mi Dez 10, 2014 12:32 am
Dolle kenne ich mich da nun wahrlich auch nicht aus, schaue halt als Nachtmensch meist Dallas. Im letzten Spiel gegen die Mavs ist mir Bayless mit einem coolen Dunk noch in Erinnerung. Ein Über-PG dürfte er sicherlich nicht sein, aber was Athletik betrifft hilft er dem deutschem Team bestimmt weiter. Mir fehlt aber auch der Vergleich, da ich als Laie auch davon ausgehe, dass nahezu alle NBA-Spieler (zumindest die Minuten bekommen) in der deutschen Liga groß aufspielen würden, womit ich sicherlich nicht zwangsläufig richtig liege und der Qualität der Beko-BBL auch unrecht tue.

Haya wird sicherlich bestätigen, dass ich auf vielen Gebieten gefährliches Halbwissen habe. Very Happy
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mi Dez 10, 2014 1:08 am
Ich klinke mich hier auch gleich mal ein und stelle eine Frage an alle, die Basketball verfolgen:

Was genau fasziniert euch an diesem Sport?
(Bitte einen respektvollen Tonfall denken, haha!)

Jeder, der mich etwas kennt, dürfte ja wissen, daß Sport bisher einen eher geringen Einfluß auf mein Dasein hatte. Als Kind habe ich gern Fußball, Eishockey und auch Basketball verfolgt -- aber alles nur am Rande und nie mit großer Intensität. Vor ein paar Jahren ging Mixed Martial Arts als dauerhaftes Interesse durch, das sich bis heute gehalten hat. Den Rest zocke ich höchstens alle paar Jahre mal.

Durch Chris habe ich mich bekanntlich mit Football anstecken lassen, nachdem ich mir irgendwann einfach mal das letzte Madden mitgenommen habe, ohne auch nur eine einzige Regel zu kennen. Mit etwas mehr Hintergrundwissen trifft das alles - real sogar noch viel mehr - volle Knolle meinen Nerv: Ich fiebere bei jedem Spiel mit, freue mich über jeden Touchdown oder auch nur guten Spielzug. Nicht nur, weil Football schön strategisch ist, sondern weil wenige Punkte auch mal den Sieg ausmachen können und selbst zwei schlechte Vorstellungen im Jahr das Playoff-Genick eines noch so guten Teams brechen können. Kurz: Alles ist sehr relevant! Jeder Schuß kann schnell nach hinten losgehen.

Vor ein paar Wochen habe ich mir NBA 2k14 für die PS3 geholt und finde das Spiel trotz der abgespeckten Version oberknorke. Die Präsentation ist gigantisch und selbst als Nichtswisser bin ich beeindruckt. Ich habe keinen Blassen von Strategien, sondern zocke einfach drauf los und habe dabei sehr viel Spaß.
Bei der realen NBA will mir aber einfach kein Licht aufgehen. Ich würde mich gern ausführlich damit beschäftigen, komme im Gegensatz zur NFL aber einfach nicht "rein", wenn ihr versteht, was ich meine. Erscheint mir beim Football alles wichtig, ist es hier das genaue Gegenteil: Niederlage? Egal, gibt noch 81 weitere Spiele. Bällchen ging daneben? Egal, gibt noch 100 weitere Würfe. Ich verstehe den Reiz, den das letzte Viertel eines engen Spiels besitzt, aber davor scheint mir alles so ... irrelevant.

Ist Basketball schlichtweg nichts für mich oder übersehe ich etwas? Jetzt, wo die NFL in ihre Schlußphase übergeht, könnte ich gern einen "Ersatz" vertragen. Laughing Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, daß ich Fußball bspw. stinklangweilig finde und nicht einmal versuche, dort abgesehen von WM und EM durchzusehen. An Basketball, vorrangig der NBA, besteht hingegen grundsätzliches Interesse.

Mich interessiert wirklich riesig, warum bei euch gerade dieser Sport einen Nerv getroffen hat!

_________________
Die einzigen der am Sonntag bei ihm vorbeischauten waren seine Freunde.
Daher verzichtete er auf eine Hose.

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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mi Dez 10, 2014 1:13 am
Die BBL hat in den letzten Jahren einen sehr großen Sprung nach vorn gemacht, aber ja, groß aufspielen würden zwar nicht die 10 bis 12 in der Rotation, aber ein Jarryd Bayless wäre definitv ein herausragender Spieler, welcher der Liga seinen Stempel aufdrücken würde. Vor allem in Sachen Athletik würden da NBA-Spieler für viel Wirbel sorgen.
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

am Mi Dez 10, 2014 2:05 am
Haya the Viking schrieb:
Was genau fasziniert euch an diesem Sport?
(Bitte einen respektvollen Tonfall denken, haha!)

[...]

Bei der realen NBA will mir aber einfach kein Licht aufgehen. Ich würde mich gern ausführlich damit beschäftigen, komme im Gegensatz zur NFL aber einfach nicht "rein", wenn ihr versteht, was ich meine. Erscheint mir beim Football alles wichtig, ist es hier das genaue Gegenteil: Niederlage? Egal, gibt noch 81 weitere Spiele. Bällchen ging daneben? Egal, gibt noch 100 weitere Würfe. Ich verstehe den Reiz, den das letzte Viertel eines engen Spiels besitzt, aber davor scheint mir alles so ... irrelevant.

Ist Basketball schlichtweg nichts für mich oder übersehe ich etwas? Jetzt, wo die NFL in ihre Schlußphase übergeht, könnte ich gern einen "Ersatz" vertragen. Laughing Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, daß ich Fußball bspw. stinklangweilig finde und nicht einmal versuche, dort abgesehen von WM und EM durchzusehen. An Basketball, vorrangig der NBA, besteht hingegen grundsätzliches Interesse.

Mich interessiert wirklich riesig, warum bei euch gerade dieser Sport einen Nerv getroffen hat!

Gute Frage! Ich könnte dir jetzt aber glatt einen Uni-würigen Vortrag halten, über die Unterschiede zwischen NBA-Basketball und FIBA-Basketball. Ich persönlich tendiere zu letzteren, verstehe aber, dass ein ebenso großer Teil die NBA bevorzugt. Wichtig zu verstehen ist erstmal, dass beide Varianten einen unterschiedlichen Ansatz haben. Damit meine ich nicht nur, dass die Abmessungen auf dem Spielfeld unterschiedlich sind (aber seit dem Jahr 2000 immer mehr an einander angepasst werden), die Spielzeit/Fouls, etc. sich unterscheiden, sondern der Grundgedanke sich voneinander abgrenzt.

Die NBA ist sehr auf Spektakel aus, es geht sehr viel über Athletik. Die Zuschauer am heimischen TV-Schirm wollen spektakuläre Dunks sehen, es sollen möglichst immer über 100 Punkte generiert werden. Auf FIBA-Ebene (also dem Weltverband nach) wird ein viel puristischer Basketball gespielt, bei welchem mehr Wert auf das Kollektiv gelegt wird bzw. auch auf die Taktik. Die NBA ist natürlich keine taktik-freie Angelegenheit, nur ist es so - wie du schon richtig angemerkt hast, Haya - dass die Regular Season 82 Saisonspiele ausmacht. In der Regel werden die ersten 20 und die letzten 20 Saisonspiele mit vollem Tank gespielt, dazwischen ist oftmals sehr viel Leerlauf. Richtig zum tragen kommen die ausgeklügelten Taktiksysteme dann erst in den Playoffs, in denen dann auch die Scores runter gehen. Das nun aber um diese Zeit ganz grob und sehr oberflächlich umrissen - ganz davon absehend, dass es ganz unterschiedliche "Basketball-Schulen" gibt, etwa die US-amerikanische, die jugoslawische, die baltische (litauische), dir russische, die griechische, etc. und sich in den letzten Jahren zumindest die NBA und ULEB an einen Tisch gesetzt haben und die Regeln immer mehr aneinander angleichen. Letztlich kooperieren mittlerweile auch NBA und FIBA, sodass irgendwann vielleicht kein Regel-Mischmasch mehr besteht.

Ich persönlich interessiere mich mehr für den FIBA-Basketball. Das ging ca. 1997 los, als ich in der BravoSport den ersten Artikel über ALBA Berlin gelesen habe, damals den aufstrebenden Stern im deutschen Basketball. Prompt natürlich auch Fan geworden. Irgendwann dann in Gießen gelandet, einmal Sporthalle Ost live miterlebt, schon bist du weggeflasht. Wahnsinnig geile Atmosphäre, dann hat es mich nicht mehr losgelassen. Das Spiel sowieso nicht? Warum?

Nach gefühlten Stunden des Schwadronierens kann ich ja so langsam mal den Bogen zu deiner Frage spannen. Zunächst einmal ist Basketball ein - in meinen Augen -  sehr eleganter und schneller Sport. Kein Basketball-Spiel ist wie das Andere, jedes entwickelt seine ganz eigene Dynamik. Grundsätzlich musst du verstehen, dass ein Rückstand immer aufzuholen ist. Basketball ist ein Spiel der "Läufe", der "Scoring Runs". Es ist ein psychologsiches Spiel. Liegst du im ersten Viertel mit 8 Punkten hinten, dann ist das kein Grund den Kopf schon in den Sand zu stecken. 8 Punkte, das ist schnell aufgeholt. Warum? Aufgrund seiner Regeln lässt Basketball - im Unterschied zu Fußball oder Handball  - nicht zu, dass eine Mannschaft ihren Vorsprung bloß verwalten kann. Du hast 24 Sekunden Angriffszeit (im FIBA-Basketball bis 2000 sogar 30 Sekunden, in der NCAA müssten es nach wie vor 30 Sekunden sein) in denen du Punkten MUSST. Punktest du nicht, MUSST du wiederrum umso härter verteidigen. Daher zählt ganz im Gegenteil zu deinem Eindruck, tatsächlich jeder Wurf.
Ich erinnere mich da immer wiedern gern an die EM 2001 zurück, als Deutschland zur Halbzeit mit 25 Punkten gegen die Griechen hinten lagen, die ganze Halle in Antalya war natürlich ( Wink ) auf deutscher Seite... und das Team schafft das Unmögliche und dreht das Spiel, gewinnt mit 5 glaub ich. Das sind großartige Momente und großartige Geschichten. Aber auch diese anderen, herzzereißenden Alpträume, als Slowenien bei der EM 2007 2,5 Minuten vor dem Ende schon mit 12 Punkten führt... und eigentlich denkst du, das Spiel ist gelaufen und dann drehen es die Griechen mit dem letzten Wurf noch. Hier eine "Kostprobe":


Jeder Coach der Welt würde mir jetzt auf die Schultern klopfen und das Phrasenschwein würde sich über die nächste Fütterung freuen: Jeder Angriff beginnt schon in der Verteidigung. Je besser du hinten stehst und verteidigst, desto einfacher erzielst du vorn deine Punkte. Die Grundregel ist nicht: Erziele mehr Punkte als dein Gegner, sondern: Lass deinen Gegner weniger Punkte erzielen, als du. Denn es kostet mehr Energie einen Rückstand nach schlechter Verteidgung und nicht getroffenen Würfen wieder aufzuholen, als deine Gegner rennen zu lassen. Sollen die doch die Energie aufbringen. Verteidigung ist Team-Arbeit. Die Aktionen müssen aufeinander abgestimmt sein, damit etwaiges Doppeln nicht mit einem schmerzhaften Dreier bestraft wird. Du darfst dich in keiner Phase hängen lassen und darfst dir keine Unkonzentriertheiten erlauben. Du bist im Basketball immer im Hier und Jetzt verankert.

Wenn ich NBA2k zocke, dann gibt es für mich nichts schöneres, als ein Spielsystem zu laufen und am Ende den freien Mann für den Wurf zu finden (Mir persönlich gefällt der Dreier tausendmal besser, als der Dunk. Der Dreier ist diffiziler zu treffen, er ist ein eleganter Wurf, bei dem die Zeit stillzustehen scheint, wenn er durch die Luft schneidet. Der Dunk ist Kraft, ist brachial, ist effizient). Ich freue mich tierisch, wenn der Gameplan aufgeht, wenn Rotationen in der Verteidigung greifen, wenn sich ein Gegner ausfoult, weil ich Druck auf ihn ausübe... also, wenn du mich so drekt fragst, was mir meinen Nerv getroffen hat und ich es nun kurz auf den Punkt bringen muss, dann ist es die Spiel-Dynamik, diese Hoffnung, dass es nach jedem Spielzug wieder besser aussehen kann, dann ist es die Psychologie, dass du positiv bleiben musst, dann ist es die Tatsache, dass du keinen Spielstand verwalten kannst und immer auf Angriff spielen musst. Und dass am Ende dein Herz gebrochen wird oder du der strahlende Sieger bist.

Aber wie schon gesagt, in Sachen NBA bin ich der falsche Ansprechpartner, ich bevorzuge lieber die Beko BBL, Europapokale der ULEB (EuroLeague, EuroCup) oder die Turniere der FIBA (WM, EM,...). Die haben natürlich nicht alle 82 Saisonspiele, allein deshalb gewinnt jedes einzelne Match an mehr Bedeutung.

Und ganz allgemein hoffe ich zum Schluss nun, dass ich nicht zu viel romantisch angehauchten Stuss zusammen geschrieben habe und du mich einigermaßen verstehen kannst. Basketball
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Re: Der "Bball" Thread - NBA, Europa und Co.

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